Ausstellung vom 21.08. – 05.09.2021,

Remisengalerie

Gemälde-Installationen

Öffnungszeiten: jeweils samstags und sonntags von 14-17Uhr.
Eröffnung: Samstag, 21. August 2021, 18 Uhr
Eintritt frei.

Abstands- und Hygieneregeln sind zu beachten.

Das künstlerische Schaffen des in Teheran geborenen und seit den achtziger Jahren in Deutschland lebenden Künstlers Ahmad Rafi beinhaltet neben Malerei und Film auch die kuratorische Tätigkeit, die nationalen und internationalen Künstlern eine Plattform für gesellschaftsrelevante Themen bietet.

In seiner ersten Ausstellung in der Remisengalerie wird er zwei Gemälde-Installationen präsentieren.

Im ersten Gemäldezyklus zeigt er den Rhein als historische Lebensader zwischen den beiden Grenzstädten Kehl und Straßburg. Die in Öl auf Buchdeckeln von Kunstgeschichtsbänden gemalten Bilder beschreiben die Rheinlandschaft direkt an der historischen Brücke „Passerelle des deux rives, Mimram“, die jahrzehntelang immer wieder durch kriegerische Auseinandersetzung zerstört wurde. Die metaphorische Darstellung dieser Gemäldeserie im Nebel ist eine Anspielung auf Kriegsnebel jener Zeit, in der viele Menschen ihren Lebensraum verlassen und sich in neue Heimatorte begeben mussten.

Nach Rafis Rückkehr von einer Reise auf die Mittelmeerinsel Lampedusa entstand als zweite Installation eine Serie von Wasserarbeiten. Während Leonardo da Vincis lebenslange Beschäftigung mit dem Wasser in all seinen Erscheinungsformen in seinem Wasserbuch Niederschlag fanden, malt Rafi auf bestehenden Büchern, die damit zu Trägern seiner Bilder werden. Dadurch und durch die Art der Präsentation erhält seine Malerei einen installativen Charakter. Die Bilder sind jeweils auf die Rückseiten von antiquarisch erworbenen Büchern der gebundenen Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins aus dem Jahre 1905 entstanden. Die vom Künstler verwendeten Bücher sind auf diese Weise nicht nur die Leinwand seiner Werke, sondern gehen eine inhaltliche Verbindung mit den gemalten Bildern ein.

"Rafis Malerei scheint auf den ersten Blick dem Fotorealismus nahe zu stehen, was aber nicht stimmt. Vielmehr fühlt er sich dem Hyperrealismus verpflichtet. Diesem geht es eben nicht um eine exakte, lebenstreue Nachbildung, sondern eine fotorealistische Übersteigerung der Wirklichkeit, eine „überschärfte Realität“. Rafi spielt mit der verführerischen illusionistischen Wirkung der Fotografie. Aber nur, um sie im Ergebnis, also in der Malerei, in eine echte Präsenz zu überführen. Gerhard Richter hat wie kein zweiter die medialen Möglichkeiten im Wechselspiel zwischen Malerei und Fotografie ausgelotet. Im Unterschied zu Richter überträgt Rafi aber die Fotovorlage nicht getreu in Malerei. Er gestattet sich malerische Freiheiten durch Veränderungen, Weglassungen, Hinzufügungen. Sein Illusionismus führt zu einem neuen Bild, zu seinem eigenen Bild von Wasser. Bei dieser neuen Serie muss man schon unweigerlich an das bereits erwähnte Wasserbuch von Leonardo da Vinci denken, der darin die Sintflut in Form des Jüngsten Gerichts behandelt."
(Dr. Peter Forster)

Weitere Informationen zum Künstler hier.