Ausstellung vom 28.10. – 11.11.2018

Remisengalerie

Fotografie

Vernissage:
Samstag, 27. Oktober 2018, 18 Uhr
Einführung: Annette Schulmerich

Öffnungszeiten: jeweils samstags und sonntags von 14–17 Uhr. Eintritt frei.

"Dass etwas vor meinen Augen liegen kann und ich es nicht sehe, und zwar weder physisch noch seinem Wesen nach habe ich oft erfahren. Hieraus entwickelte sich eine besondere Art Aufgeschlossenheit und Aufmerksamkeit. Die Fotografie hilft mir dabei Beobachtungen zu deuten, die sich üblicherweise leicht der Wahrnehmung entziehen. Ich nehme mit der Kamera ins Visier was sich meinem Blick beinahe willfährig aufdrängt, um es anschließend näher und in einem einfühlsamen, mal fantasievollen, mal gesellschaftlichen Kontext gesetzt, betrachten zu können.

Meine Aufnahmen gleichen am ehesten einer Sachlichen Dokumentarfotografie des unglamourösen Stils. Bei meiner Art Sicht auf das Objekt werden Grenzen zwischen Welt, Atelier (Fotostudio) und Galerie aufgehoben. BetrachterInnen werden anders darauf reagieren als auf Schöne Künste. Die ungeschönten Abbildungen sind "Produkte der Auffindung" und werden üblicherweise als Bildmotiv vermieden oder gänzlich übersehen. Sie enthüllen charakteristisch kulturelles Verhalten, urbane Räume, ökologische, private und kollektive Dramen, gesellschaftliche Krisen, hochgradig geregelte Natur bürgerlicher Ordnung, aber auch graphische, spielerische Elemente kurzfristiger Erscheinung. Die vermeintlich willkürlich gewählten Alltagsmotive sind meist öffentliche und dennoch private Szenen, die den Charakter eines Konzeptualismus haben, in den eigene Erfahrungen eingebracht und mit Bedeutung gefüllt werden. Sie können so die Bildung des Bewußstseins fördern und zu poetischen Betrachtungen darüber werden, wie wir unser Leben gestalten. Sie lassen uns nach unserer Lebensweise und unseren Charakteren forschen.

Meine Arbeitsweise (Out Of The Box1): Obwohl ich in der Regel eine professionelle Kamera benutze, sind meine Aufnahmen im lomografischen Stil: weil ich weder eingreife noch arrangiere, und die digitale Abbildung muß so nahe wie möglich an die vorgefundene "Realität" heranreichen.

Krücke, doppelter Boden, Kopfgeburten (Out Of The Box2): Indem ich mit der Anstellung eines Partnerbildes und durch die Vergabe von Bildtiteln eine Korrespondenz anbiete, um zu sehen was hinter der individuellen Grenze des Sichtbaren und der jeweils eigenen Betrachtungsweise liegt, hebe ich die emotionale Neutralität auf und übertrage die Idee meiner eigenen, vergleichenden Sehgewohnheiten auf die BetrachterInnen und erinnere somit auch daran, daß dokumentarische Fotografie immer auch subjektiv ist."

Mehr über die Künstlerin: www.mariadorn.de